Orientalische Klänge

Die FisFüz

Inspiriert von 3000 Jahren mediterraner Musikgeschichte, verzauberte das türkisch-deutsche Ensemble FisFüz im Zusammenspiel mit dem Ensemble Misafir am 23.07.2010 das Publikum in der Lohnhalle der Zeche Westfalen.

 

Unter dem Motto „Bosporus Winds“ trug die Solistin Annette Maye (Klarinette, Saxophon, Bild links) - mit ihren Kollegen, Gürkan Balkan (Oud), Murat Coskun (Perkussion), Mehmet Ungan (Ney) und Muhittin Temel (Kanun) - teils eigene, teils traditionelle Kompositionen vor. Jedes Stück war neben unüberhörbaren Jazz-Elementen von spanischen, italienischen, türkischen, nahöstlichen und nordafrikanischen Klängen durchwirkt.

Die fünf Musiker beschränkten sich nicht nur auf die Begegnung zweier Nationen und Kulturen, sondern umspannten mit ihrem Oeuvre den ganzen Mittelmeerraum.

Dr. Susanne Schulte (Bild rechts), Geschäftsführerin der veranstaltenden GWK (Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit), ließ es sich an dem Abend nicht nehmen, das Konzert mit einer kleinen Laudatio auf alle Mitwirkenden einzuleiten.

Teelichter und das anbrechende Dunkel des Abends verliehen der geheimnisvollen Musik eine angemessene Atmosphäre. Besonders nachhaltig wirkte das Zusammenspiel vieler unbekannter Instrumente auf das Publikum. So verstand es Murat Coskun vortrefflich, auf einer mit Naturfell bespannten Trommel, Geräusche wie zum Beispiel das Tosen des Windes, nachzuahmen.

Stellenweise wechselten die Musiker während eines Stückes ihre Instrumente, um die Lieder klanglich zu bereichern.

Die immer wiederkehrenden Soli inmitten eines längeren Zusammenspiels dürften den Jazz-Liebhabern, denen jene bravourösen Intermezzi aus rein formaler Sicht vertraut sind, einige Bewunderung abgerungen haben. Die orientalische Melodik überwog jedoch bei weitem den Jazz als musikalisches Stilelement. Insbesondere die Solopartien der Klarinette ließen keinen Zweifel an der klassischen, selbst für das ungeübte Gehör deutlich vernehmbaren Ausbildung aufkommen.

Jedes Werk wurde erläutert, sodass der Zuhörer anhand jener Musik-Programmatik den Anliegen der Komponisten folgen konnte. Alle Darbietungen ernteten tosenden Applaus. Hier darf nicht unerwähnt bleiben, dass sich beide Ensembles eines mittlerweile weltweiten Renommees erfreuen, was der lockere und unkomplizierte Umgang der Solisten mit dem Publikum schnell in Vergessenheit geraten ließ.

Das Konzert gliederte sich in zwei Teile, welche von einer halbstündigen Pause aufgelockert wurden. Getränke und ein kaltes Buffet sorgten neben Stehtischen für einen geselligen Rahmen. Am Haupteingang hatten die Zuhörer Gelegenheit, Musik-CDs und Bücher über die auf ganz NRW angelegte Konzertreihe zu erwerben. Eh man sich´s versah, waren zweieinhalb Stunden verstrichen, und die Lohnhalle entließ ihre mit einem Fernweh an Scheherezade entrückten Gäste.

Veranstalter des Festivals war die GWK-Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit in Kooperation mit der Stadt Ahlen – Fachbereich Schule, Kultur, Weiterbildung und Sport, dem Integrationsteam der Stadt Ahlen, der Projektgesellschaft Westfalen mbH sowie dem Bürgerzentrum Schuhfabrik.

 

ch
260710
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