
Das sozial-präventive Netzwerk, eine Arbeitsgemeinschaft von Schulen, Kindertageseinrichtungen, der Polizei und freien Trägern aus dem Osten und Süden Ahlens, ließ sich auf Einladung des Stadtteilbüros an der Diesterwegschule das Projekt "Laptopklasse" erläutern. Alle Kinder der 1. und 2. Klasse der Diesterwegschule verfügen über einen eigenen Laptop, der als Arbeitsmittel im Schulalltag eingesetzt wird. Die Beteiligten zeigten sich begeistert von diesem neuen Ansatz in der Medienerziehung, vielleicht gibt`s an den anderen Schulen schon bald Nachahmer.
Ergebnisprotokoll Sozial-Präventives Netzwerk
am Dienstag, den 15.09.2009 in der Diesterwegschule
Teilnehmer: Karin Sander (Fritz-Winter-Gesamtschule), Heike Wilde, Petra Braach(Diesterwegschule), Andrea Siemann (Arche Noah), Jutta Saiz (Wichern-Kiga), Susanne Sakschewski (AWO), Urim Kodzadziku (JuK-Haus, JZ Ost), Petra Uhlig (Paul-Gerhardt-Schule), Bianca Tohermes (AWO Kita Im Brunnenfeld), Claudia Tennstedt (Barbaraschule), Gabi Stöver (Freiligrathschule), Regina Schugk (Familienzentrum St. Ludgeri), Sybille Winkelmann (JZ Ost), Sabine Schmidt (AWO Kita Schachtstr.), Michael Budde (Kreispolizeibehörde), Antonia Heringloh (Ludgerischule) Jo Ackermann, Hermann Huerkamp, (STB)
1. Herr Huerkamp begrüßt die Teilnehmer und stellt das Thema „Medienerziehung in der Grundschule – Laptopklassen an der Diesterwegschule“ vor.
Frau Braach und Frau Wilde erläutern das in NRW einmalige Projekt. Die Firma AFB – Arbeit für Behinderte stellt den Schülerinnen und Schülern Laptops zur Verfügung. Die
Kosten belaufen sich auf 20 € im Monat, die von den Eltern bezahlt werden. Alle Kinder der 1. Klasse und 2.Klasse machen mit, nachdem das Projekt im letzten
Schuljahr gestartet ist. Frau Braach berichtet davon, dass der Kreis Unna bei der
Ausstattung der Schulen mit PC`s federführend ist und sich die Kollegen dort entsprechende Projekte angeschaut haben, von denen sie begeistert waren.
2. Eine Laptopklasse unter Betreuung von Frau Lukas wird in Augenschein genommen, denn einige Schülerinnen und Schüler sind im Ganztagsbetrieb und diese demonstrieren die Arbeiten am PC. Die Kinder sind mit Feuereifer dabei und lösen ihre Aufgaben.
3. Die Kinder erhalten individuelle Aufgaben in einem Wochenplan und lernen so insbesondere mit dem Arbeitsmittel PC selbständiges Arbeiten. An Programmen werden das Lese-Rechtschreibprogramm nach Sommer-Stumpenhort, ein Tastaturtrainingsprogramm und das Programm Lernwerkstatt eingesetzt. Über das Internet kann mit dem Programm „Antolin“ verbunden werden, wo Kinder- und Jugendliteratur, die mit dem Bestand der Klassenbücherei übereinstimmt, aufbereitet wird. Diese Programme gibt es an anderen Grundschulen auch, werden aber nicht so intensiv eingesetzt.
Die Schule verfügt auch über einen Computerraum mit 8 PC`s und in den anderen Klassen stehen jeweils 2 Computer. Ca. 80 % des Unterrichts in der Laptopklasse findet wie „üblich“ statt. Sonst wird am eigenen Laptop mit einer hohen Motivation bei den Schülerinnen und Schülern gearbeitet. Gemäß ihrem Lerntempo können sie sich Themen erarbeiten. Die Kinder lernen so schneller und effizienter. Für eine effektive Arbeit ist eine regelmäßige Nutzung der Laptops erforderlich. Gerade für Migrantenkinder – an der Schule besteht ein 85 % Anteil – ist dies ein viel versprechender neuer Ansatz. Bei einem Programm werden die Begriffe in Deutsch aber auch in jeder anderen Sprache bei Notwendigkeit vorgesprochen.
Eine generelle Auswertung kann erst nach einigen Jahren erfolgen, aber die Verantwortlichen sind sich sicher, dass dies Projekt wegweisend ist und die Schülerinnen und Schüler noch besser fördert. Die Eltern unterstützen das Projekt.
4. Fragen beliefen sich auf die Wertigkeit der PC-Arbeit im Sinne einer höheren Beachtung der Computerarbeit als andere Methoden und Fertigkeiten. Auch der Übergang zu den weiterführenden Schulen wird kritisch gesehen, da an anderen Schulen nicht so gearbeitet wird und Brüche in den Lernbiographien zu erwarten sind.
5. Mit allgemeinem Bedauern wird die Verlagerung des Kinderkarnevalsumzuges in die Innenstadt festgestellt. Einzelne Träger überlegen, inwieweit sie noch mitmachen. Eine weitere Veranstaltung wie „Karneval der Kulturen“ ist erst einmal nicht vorgesehen, da der Aufwand als zu hoch eingeschätzt wird.
Ahlen, den 17.09.2009
gez. Huerkamp

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