
Ergebnisprotokoll Sozial-Präventives Netzwerk am Dienstag, den 10.11.2009 im Jugendzentrum Ost
1. Herr Huerkamp begrüßt die Teilnehmer und führt kurz in das Thema „Jugendarbeit
im Stadtteil“ ein und stellt das Netzwerk vor. Jugendarbeit ist wie kaum ein anderer Arbeitsbereich einem stetigen Wandel unterlegen, der sich unmittelbar in der Angebotsstruktur ausdrückt, wenn sie erfolgreich sein will. Er bedauert, dass der Kreis diesmal nicht so groß ist.
2. Herr Kodzadziku und Frau Winkelmann stellen die konzeptionellen Grundlagen der Arbeit im Jugendzentrum Ost vor. Die Vorstellung bezieht sich auf die Grundüberlegungen zu der konzeptionellen Neuausrichtung vor gut 2 Jahren, als Herr Kodzadziku, die Leitung des JZ Ost neben der JuK-Haus-Leitung übernahm.
3. In der Diskussion wurde ein beispielhafter Tagesablauf vorgestellt. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Stadt Ahlen als Träger sich nach wie vor 2 große Häuser der offenen Jugendarbeit leistet und damit einen erkennbaren Beitrag im Rahmen der offenen Jugendarbeit erbringt. In den letzten Jahren sind allerdings auch die Budgets gekürzt und Stellen verändert worden. Die Jugendzentren hatten jeweils mal 4 Stellen sind jetzt auf 1,5 Stellen ausgerichtet, folglich hat eine Flexibilisierung auch zu Gunsten von mobilen Einsätzen stattgefunden. Diskutiert wird das Leitbild der Jugendarbeit, das schlicht mit dem Ziel „Jugendliche sollen sich wohl fühlen“ im Jugendzentrum umschrieben wird.
Die Notwendigkeit der geschlechtsspezifischen Jungen- und Mädchenarbeit wird betont. Auch gerade bei den Jungen fehlen die männlichen Bezugspersonen (Vater, Onkel) aus den Familien, die Orientierung vermitteln können und eine Vorbildfunktion übernehmen. Die These der vaterlosen Gesellschaft wird bekräftigt (Tennstedt, Kodzadziku). Mädchen holen auf, haben Jungens bei den Bildungsabschlüssen überholt, allerdings holen sie auch bei negativ einzuschätzenden Bereichen, wie Gewalttaten, Alkoholkonsum, etc. auf.
Die Ganztagsschule hat die Arbeit im Jugendzentrum verändert, da für viele Schülerinnen und Schüler bis 16 Uhr ein Angebot besteht. Im JZ Ost gibt es trotzdem eine Schulaufgabenhilfe, die mit 4 Gruppen und insgesamt 48 Kindern ausgebucht ist. Die Eltern zahlen 10 € im Monat für die Teilnahme ihrer Kinder. Das Angebot hat aufgrund der personellen Konitinuität von Herrn Brungsbach eine hohe Qualiltät und Akzeptanz. Trotz Ganztagsschule sei der Bedarf in etwa doppelt so hoch (Winkelmann), insbesondere auch bei Schülerinnen und Schülern ab der 5. Klasse. Das Jugendzentrum sucht nach Möglichkeiten diesen Jugendlichen ein Angebot zu unterbreiten, allerdings stoße man auf finanzielle und räumliche Grenzen vor Ort. Herr Huerkamp deutet an, dass ggf. der Stadtteiletat eine Finanzierungshilfe geben kann.
Die Auffälligkeiten von jungen Jugendlichen ca. ab 13 Jahren auf öffentlichen Plätzen wird mit den anwesenden Polizisten angesprochen. Frau Möllers und Herr Heidfeld sind mobil, präventiv tätig und suchen Kontakt zu den Jugendlichen an ihren Treffpunkten. Festgestellt wird, dass der Alkohol und Wasserpfeifenkonsum zugenommen hat. Auch seien Jugendliche wesentlich länger nachts unterwegs. Diese Jugendlichen sind in der Regel nicht an Jugendhäuser gebunden, seien eher strukturlos und vielfältig auf sich gestellt.
Im Jugendzentrum Ost treffen sich hauptsächlich in der offenen Arbeit Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund. Festgestellt wird, dass die „ethnische Brille“ einen falschen Blick gewährt, vielfach sind gleiche Bedürfnisse und soziale Problemlagen wie bei Jugendlichen anderer Herkunft vorhanden, nur die Freizeit läuft häufig parallel. Herr Saban betätigt auf Nachfrage, dass Jungen in türkischen Familien häufig keine Grenzen erfahren und Mädchen traditionell zu Hause Aufgaben übernehmen müssen, mit denen sie nicht immer einverstanden seien.
Ahlen, den 13.11.2009
gez. Huerkamp

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