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Ein Spaziergang der besonderen Art im Ahlener Osten

04.10.2019 10:43 Alter: 11 Tag(e)

Von: (ch/mg)




Ein Spaziergang der besonderen Art bot sich am Dienstagnachmittag
den Bürgerinnen und Bürger im Ahlener Ostenstadtteil. Um 16 Uhr be-
gann ein ca. 2-stündiger Spaziergang im Rahmen des Konzepts „bar-
rierefreier fuß- und radverkehrsfreundlicher Ahlener Süd/Osten“. Unter
der sachkundigen Begleitung durch die Bürogemeinschaft akp aus Kas-
sel und protze + theiling aus Bremen konnten die Teilnehmer auspro-
bieren, wie man sich im Rollstuhl fortbewegt oder mit dem Langstock
hantiert. Akp ist ein von Wirtschaftsinteressen unabhängiger, zuver-
lässiger Partner für Städte, Gemeinden und öffentliche Körperschaften.
protze + theiling aus Bremen sind seit über 15 Jahren in der Stadt-
forschung sowie der Landschafts-, Stadt- und Freiraumplanung tätig.

„Menschen, die im Rollstuhl unterwegs sind, sollen im Ahlener Südosten
barrierefreier ans Ziel kommen“, so das Motto. Frau Angelika Schöning,
Stadt- und Verkehrsplanerin Stadt Ahlen, begrüßte die Anwesenden.
„Dieses Stadtteilkonzept ist ein erster Schritt, um für den Fuß und Rad-
verkehr eine Verbesserung zu erreichen“, so Schöning. Auch Sabine
Köhler und Gerrit Hegemann von den Ahlener Umweltbetriebe waren an-
wesend. „Sie werden das Erarbeitete in den nächsten Jahren umsetzen“,
so Angelika Schöning und gab das Wort weiter an Lisa Morgenschweis
von protze + theiling aus Bremen.

„Wir wollen uns heute auf das Thema Barrierefreiheit konzentrieren, also
auf die Frage wie weit sich Menschen mit den verschiedensten Behinder-
ungen im Stadtteil fortbewegen können“. So Morgenschweis, die auch
ihren Kollegen Christoph Theiling von der Geschäftsführung vorstellte.
Des Weiteren erklärte sie kurz die Strecke, die dann von den Teilnehmern
abgegangen wurde. Bevor es losging, begrüßte auch Hermann Huerkamp
Geschäftsführer des Stadtteilforums Süd/Ost e. V. die Anwesenden.
“ Ich finde, dass wir hier im Stadtteil auf Barrierefreiheit achten müssen“,
so Huerkamp und forderte die Teilnehmer auf sich zu beteiligen. "Barriere-
freiheit ist ganz wichtig und wir sind stolz, dass wir einen Barrierefreien
Bahnhof bekommen“, so Friedel Paßmann, Vorsitzender des Beirates für
behinderte Menschen in Ahlen.

Mit Rollatoren, Rollstühlen, Langstöcken und Brillen, die das Sehen erheblich
bis ganz verzehrten, ging es los. Schon am Glückaufplatz gab es einige Stel-
len, die man verbessern könnte. So könnte man am Bürgersteig eine Absen-
kung einrichten und für blinde Mitmenschen die geeigneten Markierungen
anbringen. So zog es sich wie ein roter Faden durch die ganze Begehung und
man musste festellen, dass es einige extreme Stellen gibt, die es für Men-
schen mit einer Behinderung fast unmöglich macht, diese zu bewältigen. Auch
das viele Ampeln viel zu kurz geschaltet sind, fiel allen Teilnehmern auf. Eine
fast unmögliche Situation ist auf der Hansastraße zu erleben.“

Die Gehwege sind zu eng und wenn dann noch ein Fahrrad oder Kinderwagen
dort abgestellt wird, muss man auf die Straße ausweichen“, so eine Teilneh-
merin, die das Ganze in einem Rollstuhl miterlebte. Auf der Sattelstraße fiel
auf, dass die Anwohner auf den viel zu kleinen Gehweg Parken und so die
Situation nicht gerade von Vorteil ist für Menschen mit Behinderung.

„Da müsste man mal überlegen, wie man das entwickelt“, so Christoph Theiling.
Die Ergebnisse werden protokolliert und damit Bestandteil des Konzepts. Die
Präsentation erfolgt in einer Bürgerversammlung am Montag, 28. Oktober, um
18 Uhr im Glückaufheim.





                                   





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